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14.6.2009 von pl.
Am 13. Juni 2009 veranstalteten wir einen Thementag, der auf herausragende Geräte und Musik-Produktionen aus der Schweiz aufmerksam machte. Gemeinsam mit dem Schallplatten-Café Horenstein konnten unsere zahlreichen Gäste exklusive HiFi-Technik von Nagra, Benz, Thorens erleben. Herr Kovacevic vom Nagra/Brinkmann-Vertrieb war extra angereist, um Details zu erläutern und Vorführungen für unsere Gäste durchzuführen.
Herr Zube vom Schallplatten-Café Horenstein hatte LP-Produktionen aus der Schweiz zusammengestellt: zahlreiche interessante Cover zierten als kleine Ausstellung die Wände unserer Räume, die Schallplatten wurden vorgespielt und waren eindrucksvolles Zeugnis von ebenso exzellenten Künstlern, Tontechnikern wie auch HiFi-Technikern. Zudem konnten wir hoch-interessante CDs der Schweizer Firma Divox vorspielen - Beweis genug, dass Schweizer Firmen auch kulturell zu den Trendsettern gehören.
Anlage 1: im ersten Raum spielte unsere “Schweizer” Anlage.
Ein Throrens TD160 mit einem Benz ACE, ein Brinkmann LaGrange führte das Schweizer Benz-System Gullwing (ein Prototyp, basierend auf dem Benz LP). Verstärkt wurde durch Nagra VPS (ergänzt durch die spezielle Isolaztion-Plattform Nagra VFS) sowie im Vergleich die neue “kleine” Nagra BPS. Als CD-Spieler konnte der Nagra CDC begeistern, an dem auch ein Grado GS1000-Kopfhörer zu bewundern war. Die übrige Kette kam aus den USA: Vorstufe Hovland HP200 und Endstufe Hovland Radia trieben die atemberaubend guten Lautsprecher Avalon Ascendant N an.
In einem weiteren Raum konnte man einen restaurierten Thorens TD124 bewundern, der als Norma Hylee Tech “Konzept 124″ berühmt und geschätzt ist. Der TD124 trug vor vielen Jahrzehnten dazu bei, dass die Schweizer Firma Thorens welt-berühmt wurde. Auch heute noch spielen diese Geräte sehr lebendig und packend, wenn sie so meisterhaft überarbeitet wurden, wie die Herren von Norma Hylee Tech dies tun! Dieser Plattenspieler war mit einem langen 12-Zoll-Tonarm von Norma Hylee Tech ausgerüstet und mit einem Ortofon SPU-A bestückt. Über einen Norma Hylee Tech Übertrager gelangten die Phono-Signale in einen Graham Slee Reflex (die legendäre MM-Phonostufe aus England), um dann von einem Unison Röhren-Vollverstärker P40 an Tannoy Stirling-Lautsprecher verstärkt zu werden. Ein klanglich überaus erfrischender Kontrast zu der Anlage in Raum 1!
Wegen der regen Nachfrage ließen wir auch unsere “ganz große” Anlage spielen. Wir hatten soeben erst einige neue Geräte bekommen (Pass Vorstufe XP-20, Endstufen XA100.5, Phonostufe XP-15), die derzeit alle Test-Zeitschriften in Aufruhr versetzen: Pass hat derart gute Geräte vorgestellt, dass die Testspiegel erweitert werden mußten, damit die ungeheure Qualität auch angemessen bewertet werden konnte! Dass diese Geräte dann auch unsere Besucher überwältigten, war fast schon vorherzusehen…
Brandneue Pass-Endstufen (Modelle XA100.5) und der sensationelle Phono-Verstärker Pass XP-15 zogen alle Besucher in ihren Bann. An der XP-15 spielte ein Brinkmann Oasis mit einem Lyra Skala (Phono-Kabel das wundervolle und zugleich recht preiswerte Cardas Golden Reference), alternativ ein dCS-SACD-Spieler “Puccini”, getaktet mittels dCS U-Clock , die gelegentlich auch hochauflösendes Digital-Material via USB von einem MacBook “gefüttert” bekam. Die Überflieger-Vorstufe Pass XP-20 leitete die Signale dann an die 100W-Class-A-Monoblöcke Pass XA100.5 weiter. Lautsprecher waren die Avanlon Indra. Diese Anlage konnte mit subtiler Kammermusik zu Tränen rühren (dies ist keine Übertreibung!), um im nächsten Moment mit Hard-Rock auch eingefleischte Anti-High-End-Muffel (die und ebenso besuchten) zu rocken. Das ist für uns fast noch schöner, als bereits die “Gläubigen” zu begeistern: wenn wir Neu- und Wieder-Einsteiger für wahrhaft hochklassige HiFi-Technik begeistern können.
Fazit: ein gelungener Tag - viele freudig erregte, zufriedene Gesichter, viel Spaß, tolle Musik - ein erlebnis, das lange noch im Gedächtnis (und im Ohr) bleiben wird!
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1.3.2009 von pl.
28. Februar 2009: Berlins führende HiFi-Händler öffnen ihre Pforten.
An diesem Samstag standen unsere Türen bis Mitternacht offen. Bei uns (PhonoPhono) waren zwei “große” Anlagen aufgebaut, die einen entspannten Hörvergleich zwischen Digitalmedien und analoger LP ermöglichte:
Anlage 1 im Erkerzimmer:
In einem weiteren Raum war die zweite Anlage aufgebaut:
Zudem konnte man mit dem SACD-Spieler Bladelius Freja MKII zwei hochkarätige Kopfhörer in Ruhe genießen: einen Stax SRS-3050-II Set (elektrostatischer Kopfhörer SR-303 mit Speise-Netzteil SRM-323II) und einen Grado RS-1 an einem gsp audio Solo-Kopfhörerverstärker. Und für all jene, die auch unterwegs Musik hören möchten, lagen zwei portable CD-Spieler mit Grado iGrado bereit zum testen.
Natürlich haben wir die Anlagen sorgfältig aufgebaut, die Netzphase korrekt ausgemessen, gute Kabel (fast ausschließlich von Transparent) verwendet. Alle Geräte standen solide, zumeist auf Schieferplatten. Einige Geräte (Pass XP20, Pass X350.5, dCS Puccini) standen auf Stillpoint Resonance Dampers, die einen enormen Gewinn an Transparenz und Durchsichtigkeit bringen. Separate Netzteile wurden auf Spezialfüsse gestellt.
Wir hatten zum ersten Mal geplant und waren gespannthatten gehofft, auf reges Interesse zu stossen. Wir waren aber angenehm überrascht: diese “Lange Nacht der Ohren” lockte viele HiFi-Interessenten an! Es hatte sich offenbar schnell herumgesprochen, dass sich bei PhonoPhono außergewöhnlich gutes HiFi tummelt…
Unsere Vorführungen ermöglichten einen Vergleich zwischen exzellenten Plattenspielern und den besten CD-Spielern der Welt. Allerdings lag der Schwerpunkt nicht auf einem “Wettrennen” Analog gegen Digital. Vielmehr führten wir die Stärken der jeweiligen Geräte vor.
Dass LPs fantastisch klingen, ist mittlerweile anerkannt und bedarf keines Beweises: die beiden Brinkmann-Laufwerke konnten dies eindrucksvoll beweisen! Wie aber schlägt sich die CD und SACD? Wir waren - dank des Nagra CDC und des dCS Puccini SACD-Players überzeugt: auch Digitalspieler können verzaubern!
Mit dem dCS Puccini in Zusammenarbeit mit der dCS U-Clock und einem Apple MacBook spielten wir CDs (16Bit, 44.1 kHz) im Vergleich zu XRCDs, HDCDs, SACDs und Dateien vom Apple (verlustfreie Hochbit-Formate FLAC / AIFF). Der Ergebnis war immer beeindruckend! SACDs hatten klanglich zwar im Vergleich zur CD immer die Nase vorne, aber einige “altmodische” 16-Bit-CDs widerlegten die Ansicht, dass dieses Format in einer High-End-Anlage nichts zu suchen hat. Die alte CD mag es vielleicht schwer haben, aber mit einem dCS macht es großen Spaß!
Auch der Nagra CDC spielte mit einer derart umwerfenden Spielfreude, dass es machem überzeugten Analogfreund die Tränen in die Augen trieb.
Die Brinkmann Plattenspieler konnten sich zwar praktisch immer klanglich ein wenig von den Digitalspielern abheben. Aber wichtig erscheint uns (PhonoPhono), dass Musik Spaß macht. Nicht oberflächlich, sondern Spaß in all der Vielfalt, Tiefe und Pracht, die Musik erst zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ich während der vielen Vorführungen an diesem Abend in so manches Gesicht blickte, das sichtbar bewegt und begeistert war! Die Kommentare unserer zahlreichen Besucher war durchweg positiv bis überschwänglich! Viele trauten ihren Ohren nicht, vermuteten (vor allem bei Vorführungen mit CD/SACD), dass wir Vodoo-Tricks nutzten, geheimnisvolle Rituale mit den CDs oder LPs veranstaltet hätten (Entmagnetisierer, Spezialtücher, chemische Mittelchen, Schlangenbeschwörer … ). Viele waren dann noch mehr verwirrt, als wir erklärten, dass alle unsere Komponenten eher unter ihrem Maximal-Niveau spielen würden, da an einem solch turbulenten Abend eine optimale Vorführung kaum möglich sei. Hiermit will ich nicht behaupten, dass man nicht CDs durch eine Sonderbehandlung zu leicht besserem Klang verhelfen kann. Aber: wahrhaftes High-End-Gerät klingt derart gut, dass es kleine Fehler verzeiht und auch mittelmäßige Aufnahmen zu einem Genuss werden lässt.
Kurz: wir haben an diesem langen Ohrenabend eine Reihe von Geräten vorgeführt, die ohne Übertreibung zur welt-besten HiFi-Technik gehört. Kein Voodoo, sondern wahrhaft meisterliche Technik!
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12.1.2009 von pl.
Technikabend vom 9. Januar 2009
Erfreulich gut besucht war unser Technikabend, der einen Vergleich von Phono-Vorverstärkern zum Thema hatte.
Es ist ja im Grunde erstaunlich, dass diese Gerätegattung vor 30 Jahren noch praktisch unbekannt war, da Phono-Vorverstärker in die Vor- bzw. Vollverstärker eingebaut waren. In den letzten Jahren jedoch sind enorm viele Phonovorverstärker auf den Markt gekommen. Allerdings handelt es sich bei der Mehrzahl um eine Erweiterung von Hersteller-Programmen: viele Hersteller erweitern offenbar aus Unsicherheit ihre Verstärker nicht um einen Phonoeingang erweitern, sondern bauen einfach “noch eine Kiste”. Entsprechend lieblos ist das klangliche Ergebnis. Interessant auch: es gibt einige Hersteller von Plattenspieler, die sich eine eigene Entwicklung von Phonostufen leisten - mit ebenso zweifelhaftem Erfolg.
Die interessantesten Phono-Vorverstärker sind nach unserer Erfahrung jene Geräte, die von spezialisierten Herstellern kommen. Diese Firmen haben fast immer auch ein Standbein im professionellen Audiobereich: Lehmann Audio, Graham Slee Projects, Whest, Nagra. An diesem Abend waren zu hören:
Die Abhöranlage des Abends: Lautsprecher Avalon Ascendant N (ca. 13.000€), Vorstufe Pass XP-10 (ca. 6000€), Endstufe Pass XA 30.5 (ca. 6000€), alle NF-Kabel von Transparent.
Der Abend war zweigeteilt in einen MM- und einen MC-Abschnitt. Zu Beginn verglichen wir an einem MM-Tonabnehmer: ein Goldring 2500 war in einen Roksan Radius eingebaut (Preis der Kombi ca. 1600€). Es traten gegeneinander an: Dynavox TPR-2 — Graham Slee GramAmp2 — Lehmann BlackCube SE. Nach einer Gewöhnungsphase, die jeder Besucher braucht, um sich “in die Anlage einzuhören”, wurden deutliche Unterschiede hörbar. Der Dynavox TPR-2 klang nett, aber etwas beliebig, konturlos und flach. Da er jedoch ein mehr als preiswertes Kombi-Gerät ist, war das Klangniveau erstaunlich hoch.
Völlig anders der GramAmp2: hier “klappte der Raum auf”, die Darstellung wurde erheblich tiefer, detailreicher und griffiger, zudem spannungs-geladener. Auch der Bass legte zu. Die Unterschiede waren erstaunlich groß und für viele überraschend, sah der GramAmp2 doch nach “nichts” aus. Man war sich einig: der vergleichsweise geringe Mehrpreis machte sich bezahlt: hier spielte High-End-Technik!
Der Lehmann BlackCube SE spielte im Vergleich zum GramAmp2 noch etwas tiefer, ihm fehlte jedoch ein wenig Drive und Spielfreude.
Die erste Überraschung des Abends: bei MM-Systemen gefiel manchem der preiswerte GramAmp2 besser als der Lehmann BlackCube SE. Letzterer ist jedoch deutlich flexibler und konnte dann als MC-Phonostufe mehr überzeugen als im MM-Betrieb.
Der zweite Teil des Abends galt dann den Phonostufen in MC-Betieb. Als Plattenspieler lief der fantastische Roksan Xerxes XX mit großem Roksan-Tonarm Artemiz R und fettem “Reference”-Netzteil (Preis dieses Kombi ca. 7000€). Als MC-Abtaster war ein Lyra Argo i (Preis ca. 1400€) eingebaut. Nach wenigen Takten war klar: dieses Gerät spielt in einer völlig anderen Liga als der kleine Bruder (Roksan Radius) und verträgt auch erheblich bessere Phonostufen. Mit dem Lehmann BlackCube SE 2 spielte das Gespann sehr offen, entspannt und detailreich. Die Whest Two vergrößerte den Raum dann nochmals deutlich, brachte mehr Dynamik und Pepp dazu, der aber einigen Zuhörern etwas zu viel war. Das lag sicherlich daran, dass der Roksan Xerxes an sich bereits enorme Spielfreude vermittelt und eigentlich keinerlei zusätzlicher Unterstützung bedarf.
Die zweite Überraschung des Abends jedoch war die Nagra BPS: diese kleine Kiste verzaubert! Unfassbar: eine derart dreidimensionale Darstellung, völlig unangestrengt und ohne jede Hochton-Anhebung! Eine packende Dynamik, eine Energie, eine Lebendigkeit! Was wir bereits während interner Tests erlebten, vollzogen nun die Besucher dieses Abends nach: die Nagra ist ganz große Klasse und setzt einen neuen Maßstab in ihrer Preisklasse! Egal, welche Musik spielte: die Nagra machte daraus ein Erlebnis! Man muss vielleicht hinzufügen, dass das Lyra Argo i auch seinen Anteil an dieser gewaltigen Raumabbildung hat: dieser Tonabnehmer begeistert ebenfalls durch sehr präzise, tiefreichende Räumlichkeit. Aber erst in Kombination mit einer Phonstufe wie der Nagra BPS wird dieses Können entsprechend gefördert.
Was wieder einmal zeigt: nicht nur die großen Namen zählen, sondern die inneren Werte! Und: wir haben einen neuen König gekürt: die Nagra BPS!
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19.10.2008 von pl.
Technikabend - 17. 10. 2008
An diesem Abend ging es um ein vermeintlich harmloses Thema: wie verbessere ich einen modernen Plattenspieler, der bereits einen guten Klang hat?
“Vermeintlich harmlos”: man sollte doch meinen, dass angesichts einer Unzahl von Zubehör, Kabeln und Klangklötzchen dieses Thema einfach abzuhandeln wäre. Jedoch: eine Verbesserung kann ich erst durchführen, wenn ich einen Mangel gefunden habe. Bei einem Oldtimer (in diesem Fall: einem 20 Jahre alten Plattenspieler) ist das niemals schwierig, wußten die Entwickler damals bei weitem nicht soviel über Akustik und Materialbearbeitung wie heute. So ist dann auch das Verbessern des Klanges eines alten Plattenspielers nicht wirklich schwierig, sondern eher eine Frage des Maßhaltens (also: wann lohnt eine Maßnahme noch, wann kaufe ich ein neues, weil billigeres Gerät).
Die Frage des Abends lautet also in Wirklichkeit: wie finde ich heraus, wo (hoffentlich kleine) Schwachstellen an einem hochwertigen modernen Plattenspieler sind? Damit diese Suche nicht zu einfach wird, habe ich an diesem Abend Geräte vorgestellt, die in ihrer Preisklasse eine herausragende Leistung zeigen:
Beginnen wir mit einfachen und preiswerten Maßnahmen, die häufig auch bei anderen HiFi-Komponenten eine klangliche Verbesserungen zeigen: stellen Sie das Gerät niemals auf Glas! Niemals! (Es gibt hiervon Ausnahmen: wenn nämlich ein anerkannt kompetenter Hersteller ein spezielles HiFi-Rack aus Glas baut. Aber das ist extrem selten! Anmerkung: IKEA gehört nicht dazu…). Ein Plattenspieler sollte zumindest auf MDF oder verleimtem Schichtholz (Birke, Speerrholz) stehen, Materialstärke 20-40mm. Noch besser ist Schiefer, das seinerseits wieder auf einer MDF- oder Holzplatteflächig aufliegt zur Bedämpfung. Alle anderen Steinarten sind schlecht geeignet (auch wenn es vielleicht gut aussieht, aber wir sprechen hier von Klang, von Akustik, nicht von Optik)!
Eine weitere Maßnahme, die trotz mantra-artigen Wiederholens immer noch vielfach unbekannt ist: phasen Sie die Stromanschlüsse aus! Wie das geht, steht im PhonoPhono Infoblatt: Wie phase ich meine HiFi-Anlage korrekt aus? (oder bei vielen anderen Herstellern).
Damit kommen wir zu weiteren Maßnahmen, die teilweise auch ins Geld gehen. Denn wir wollen ja hochwertige, gute Geräte verbessern. Beginnen wir mit der Aufstellung: der Thorens TD160HD steht auf RDC-Spikes (Stückpreis je nach Modell um die 10€. Wenn Ihr Gerät nur einfache, starre Füße hat oder gar billige Filzgleiter, dann ersetzen sie diese durch RDC-Spikes. Diese kleinen Dinger verhelfen auch Ihrem CD-Spieler und Verstärker (Röhrengeräte ganz unbedingt!) zu deutlich stabilerem Klang! Diese Spikes gehören unter Geräte bis max. 2000€.
Bei hochwertigeren Komponenten lohnt eine aufwändigere Lösung: Stillpoints! Die Stillpoints waren an diesem Abend unter dem Thorens TD160HD mit Roksan-Tonarm. Und siehe da! Dieses Gerät klang erheblich präziser, dynamischer, griffiger. Die Stillpoints sind recht teuer (je nach Ausführung 400-600€), aber die klangliche Aufwertung ist auf preiswertere Art nicht erzielbar! Diese Füße sind das Beste, was wir kennen. Einzige Voraussetzung: die Stellfläche ist hochwertig, und Ihr HiFi-Gerät ist ebenfalls hochwertig. Stillpoints verbssern kein schlechtes Gerät! Aber bei guten Geräten sind sie jeden Cent wert! Ganz umwerfend gut auch bei Masselaufwerken wie VPI, Transrotor FatBob und anderen!
Nächste “Baustelle”: der Tonarm. Der Rega-Tonarm klingt passabel, allerdings in den Mitten etwas beengt, im Bass etwas unklar und wenig präzise, zudem ist die Raumabbildung nicht optimal. Hinzu kommt: der Thorens klingt wegen seiner vielen Bedämpfungen (RDC / Acryl) ebenfalls etwas langsam. Für den Preis mehr als aktezpabel, aber wir wollten wissen: was geht hier? Also: man nehme einen Tonarm, der genau diese Schwächen nicht hat, nicht allzu teuer ist, und der die gleichen mechanischen Abmessungen hat wie der Rega: man nehme einen Roksan-Tonarm (ab ca. 700€). Wir probierten den Roksan Tabriz. Und siehe da: der Thorens klingt nun wie ein Sportwagen. Elegant, offen, fein. Ein schöner offener Raum mit präzisem Bass. So soll es sein. Eine kleine Warnung an alle Bastler: der Einbau eines Tonarmes ist nicht so trivial, wie es den Anschein hat. Zudem ist es schwierig, das klangliche Resultat zu erahnen. Daher: Hände weg von Exoten. Und: Hände weg von gebrauchten Tonarmen, denn ein Tonarm hat empfindliche Teile (vor allem die Lager), die leicht zerstört werden können. Das sieht oft nicht einmal der Fachmann. Der aber merkt es dann, wenn am Klang etwas nicht stimmt. Als Laie haben Sie hier keine Chance!
Kommen wir zu NF-Kabeln: ein beliebtes Thema, das gerne diskutiert wird. Wir haben den Basis-TD160HD nicht mit dem Beipack-Kabel gehört, denn wir wollten unsere Besucher nicht beleidigen (das Beipackkabel kann als Packschnur oder Wäscheleine Verwendung finden…). Anstatt dessen hörten wir den TD160HD mit dem Rega-Arm mit einem “kleinen” Nordost Phonokabel “Frey” (praktisch: der Thorens hat Cinch-Terminals), am TD160HD mit Roksan-Arm war ebenfalls ein Nordost “Frey” dran (Roksan-Arme haben ein 5pol-Steckanschluß). Am großen Roksan-Laufwerk haben wir das sehr gute “große” Roksan-Phonokabel dran gelassen. Diese Spezialkabel sorgen dafür, dass die Musik Luft und Atem behält, zudem die Dynamik des Gerätes nicht vernichtet wird. Bitte bedenken Sie: das Kabel kann nur Qualität weiterreichen, die zuvor bereits da ist. Immer wieder hören wir von selbsternannten HiFi-Spezialisten, dass ein teures Kabel Unsinn sei. Das ist falsch und durch die Wirklichkeit häufig genug widerlegt! Aber ein gutes (und damit teures) Kabel macht nur in guten Anlagen einen Sinn. Wenn als ein gutes Kabel bei Ihnen keine Verbesserung bringt, dann war entweder Ihr vorheriges Kabel bereits gut, oder Ihre Anlage kann den Qualitätslevel nicht bieten. Ein Kabel sollte 10-20% des Gerätepreises kosten.
Übrigens: Plattenspieler müssen mit speziellen Phono-NF-Kabeln an den Phonoeingang angeschlossen werden. Diese Phonokabel sind fast immer anders aufgebaut als all die anderen NF-Kabel. Auch ein Lautsprecherkabel ist ja anders aufgebaut…
Und damit nicht genug: auch der Tonabnehmer muss angemessen sein. Angemessen! Nicht: so teuer wie es geht! Im TD160HD mit Rega-Arm war ein Benz Gold (um die 300€) montiert, im TD160HD mit Roksan-Arm ein Benz ACE L (ca. 600€). Und siehe da (bzw. höre da): der Spieler mit Roksan-Tabriz-Arm und Benz ACE L spielte deutlich besser: klare Höhen, offener Raum, exakter Bass. Das aber war noch gar nichts gegen das Erlebnis, welches uns der Roksan Xerxes bescherte: in den großen Roksan-Tonarm war ein Koetsu Black (ca. 1500€) eingebaut. Und DAS war dann hohe Kunst, echter Genuß! Hier könnten man meinen, dass man “das Geld hört”. Aber dem ist keineswegs immer so. Um ein 1500-Euro-Abtaster zum klingen zu bringen, benötigen Sie ein extrem gut austariertes Laufwerk. Wenn Sie einen solch guten Abtaster in ein kleineres Laufwerk einbauen, dann klingt das Gerät insgesamt oft schlechter als mit preiswerteren Tonabnehmern. Denn ein extrem gutes System wie ein Koetsu Black bringt Ihnen Feinheiten zu Gehör, die im Falle eines hochwertigen Plattenspielers zur Musik gehören. Im Fall eines zu “kleinen” Gerätes aber sind das Geräte-Schwächen. Und die sollen und wollen Sie nicht hören… Daher: der Tonabnehmer sollte ungefähr soviel kosten wie der Tonarm - oder ein Drittel des Plattenspielers.
Wenn dann auch die Phonostufe noch passend gewählt wird, kann nichts mehr schief gehen. Wir hörten den kleinen TD160HD / Rega-Tonarm mit einem Lehmann BlackCube SE (ca. 650€), den Thorens TD160HD / Roksan-Tonarm mit einer Whest TWO (ca. 1000€) und den Roksan Xerxes mit einer Whest PS.30 (ca. 2400€). Anhaltspunkt: die Phonostufe sollte ungefähr im Preisbereich des Tonarbnehmers liegen.
Und auch hier gilt, was bereits bei dem Abschnitt zu Tonabnehmern gesagt wurde. Falsch: viel hilft viel. Richtig: es muss angemessen sein! Eine extrem hochwertige Phonostufe muss von einem ebenso hochwertigen Plattenspieler betrieben werden. Sonst hören Sie zuviele Geräte-Mängel! Und an diesem Abend war klar: das Gespann Roksan Xerxes - Whest PS.30 war ganz klar um Größenordnungen besser als die beiden anderen Geräte! Aber auch das wurde klar: jedes Gerät für sich genommen klang stimmig und machte Spaß.
In den zwei Stunden kann nicht jedes Detail besprochen werden. Aber vielleicht noch kurz zu weiteren Maßnahmen:
Abschließend noch ein Tip. Immer wieder stellen wir fest, dass das eigentliche Problem darin besteht, einen klanglichen Mangel überhaupt zu erkennen. Denn Ihr Ohr gewöhnt sich an klangliche Mängel, Ihre Anlage altert und klingt mit der Zeit enger, muffiger, ohne dass Sie das stören muss. Was also tun? Als aller erstes: beurteilen Sie Ihre Anlage anhand des Wertes! Plattenspieler, Verstärker und Lautsprecher sollten in etwas gleich teuer gewesen sein und in etwas gleich alt sein. Ihr CD-Spieler muss ca. 3-mal so teuer sein, um mit einem Plattenspieler auf Ohrenhöhe zu spielen. Kabel sollten ca. 10-20% des Gerätepreises kosten. Tonabnehmer und Phonostufe sollten jeweils in etwas ebensoviel kosten wie der Tonarm bzw. ein Drittel des Plattenspielers. Alle Geräte sollen auf akustisch guter Stellfläche stehen.
Erst dann sollten Sie fortfahren. Besorgen Sie sich nun LPs, auf deren Qualität Sie vertauen können. Damit meine ich NICHT irgendwelche japanischen 500-Gramm-Pressungen oder Test-LPs. Vielmehr empfehle ich eine Aufnahme von Tacet, noch besser eine Audite-LP mit einer Mahler-Sinfonie. Hören Sie dann, ob die Instrumente Zwiesprache halten, ob der Raum stimmt, die Athmosphäre hörbar ist, tiefe wie auch hohe Lagen offen und klar sind. Des weiteren benötigen Sie eine LP von Kari Bremnes, Carol Kidd oder ähnliches. Die Frauenstimme sollte frei im Raum plaziert werden, nicht hart klingen, die Begleitinstrumente sollten sich weder nach vorne drängeln noch unklar im Raum schweben. Hören Sie musikalische Spannung? Leiden Sie mit? …
Und dann noch eine LP mit Klavier Solo, hierzu hervorragend geeignet ist eine Philips-Aufnahme aus den 60er / 70er Jahren, die Second-Hand gut erhältlich ist (keinesfalls eine Digitalaufnahme!). Wenn Sie auch musikalisch eitwas außergewöhnliches möchten, wählen Sie eine Aufnamhe mit Claudio Arrau. Klingt das Klavier natürlich, stimmt die Größe / Breite? Können Sie Begleitung und Hauptstimme klar und einfach unterscheiden? Hören Sie den Raum? Leiden Sie mit?
Für Digital-Fans mit SACD-Spieler: nehmen Sie eine XRCD, z.B. Count Basie, um den 16-Bit-Modus zu testen. Dann eine SACD mit einer Mahler Sinfonie, ideal ist die Decca-Einspielung mit Chailly. Und dann eine Frauenstimme, hier gut geeigent sind SACDs von MFSL, alternativ auch z.B. Paul Kuhn mit Gretje Kauffeld. Überhaupt gibt es viele Aufnahmen aus den letzten 2-3 Jahren mit Jazz-Stimmen, die auch audiophilen Ansprüchen genügen.
Übrigens: das überholte alte 16-Bit-CD-Format genügt diesen Kriterien nicht, hier hilft nur: verschleiern der Mängel. Dieses Ziel wird hier nicht verfolgt.
Mit solchen Musikaufnahmen können Sie auch als interessierter Laie feststellen, ob Ihre Anlage gut klingt. Wenn Sie Hilfe bei einem Fachhändler suchen, weil der Klang Mängel hat, dann beschreiben Sie anhand dieser Musik, was Ihnen gefällt. Beschreiben Sie ebenso, was Ihnen nicht gefällt. Auf dieser Basis fällt eine gezielte Beratung viel leichter!
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